Dann eben mit Gewalt!

Wir äußern uns mit viel Liebe zu aktuellen & zeitlosen Themen.
Bis wir die Beherrschung verlieren.

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Unfreiwillige Komik & Beleidigung

"Der Dalai Lama gilt als persönlicher Freund des Christentums, wobei er oftmals Gast im Vatikan war, eine besondere Freundschaft soll ihn mit Papst Johannes Paul II. verbunden haben."
(laut Wikipedia)

Den ersten Teil des Satzes finde ich unfreiwillig komisch, den letzten Teil unfreiwillig unsympathisch.
Aber ich bin ja auch ein persönlicher Freund des Atheismus.

Der Letzte macht das Licht aus

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Schafft, rafft, ängstigt sich. Und dann, dann kommt der Winter. Aber wo sind all die feinen Nüsschen nun vergraben?
Gute Frage, nächste Frage!
Kleines Eichhörnchen ... fahr den Computer runter, dreh die Heizung ab, zeig' dem leeren Raum nen Stinkefinger, Licht aus & schließ das letzte Mal zu.
Geh, nach neuen Schätzen graben!

Dienstag, 22. Dezember 2009

Ist ein gut gelaunter Jonathan Meese im Alexa Kunst?

Heute passiert: Eine mir sehr gut bekannte Person betritt das Kaufhaus mit dem hässlichen Namen, den hässlichen Genständen und den hässlichen Menschen. Gerade die unschön mit Deko-Folie verzierte Eingangstüre in der Hand, wird er eines langhaarigen Gesellen in einem Ledermantel gewahr. Da entschlüpft es ihm auch schon: "Guten Tach Herr Meese, darf ich Ihnen die Tür aufhalten?" Herr Meese nimmt dankend an und verschwindet gut gelaunt und von weiteren Passanten unerkannt im gegenüberliegenden Media Markt.

Ein Ereignis, dass den Betroffenen sein Lebtag nicht loslassen wird.
Und mich bis zum Platzen mit Neid erfüllt.

Montag, 21. Dezember 2009

Urteilen statt lesen!

Aus aktuellem Anlass: ich hab den Steppenwolf nicht gelesen, trotzdem aber eine Meinung dazu. Was tun?
Pierre Bayard anführen. Der schrieb das Buch (bzw. den Essay) "Wie man über Bücher spricht, die man nicht gelesen hat". Natürlich habe ich das Buch nicht gelesen. Aber ein Freund hat mir davon erzählt und soweit ich mich erinnere meinte er, es gibt ein zweifaches Sterne-Bewertungssystem. Ungefähr so:

Buch-Kenntnis:
***** Gelesen
**** Reingelesen
*** Davon gelesen
** Davon gehört
* Ich glaube, der Name sagt mir 'was.

Buch-Bewertung:
In üblicher Manier von
***** Ein Meisterwerk
**** Ein richtig gutes Buch
*** Kann man lesen
** Kann man sich sparen
* Schund!

Also, in diesem Bewertungssystem meine Meinung zum Steppenwolf:
Buch-Kenntnis: **
Buch-Bewertung: zwischen *** und **

Und, was hälst du von Pilchers "Die Muschelsucher"?

Sonntag, 20. Dezember 2009

Aus Hopenhagen wird Floppenhagen

Schon gewusst, dass hinter der ach so
großartigen Hopenhagen-Initiative
Siemens, Coca Cola & Co stecken?
Andererseits, wen wundert's?
Schöne, verlogene Welt.

Darauf ein Prosit!

Samstag, 19. Dezember 2009

Klima versenkt

Das Endergebnis vom Klimagipfel laut taz:
  • eine politische Erklärung mit dem Titel "Copenhagen Accord"
  • das Gesamtplenum nimmt diese Erklärung "zur Kenntnis"
  • diese Erklärung beinhaltet keine Angaben oder Zahlen bzgl. der Reduktionen der CO2-Emissionen einzelner Länder
  • die Begrenzung des weltweiten Temperaturanstiegs bis 2100 auf zwei Grad wird als von Wissenschaftlern empfohlenes Ziel zur Kennis genommen
Also: keine verbindlichen Ziele, Zahlen oder Zusagen. Fühlt sich an wie eine Gehaltsverhandlung, bei der Cheffe am Ende sagt, er guckt, was sich machen ließe. Ergebnis in beiden Fällen: da kommt natürlich nichts bei rum.

Also hängt es wieder an uns: Heizung runterdrehen, Licht aus, Rad fahren. Wenn wir das alle brav machen, erwärmt sich das Klima vielleicht nur um 3,6716 Grad und nicht um bedrohliche 3,6718 Grad.

Auf der anderen Seite ... sollte man vielleicht im Alltag politischer denken wie zum Beispiel: In der U-Bahn.
Schenkel an Schenkel sitzend werden die braven Fahrgäste ihrem Ziel entgegen geruckelt. Als plötzlich
Kontrolleur: Die Fahrausweise bitte!
Er bleibt vor einer naseweisen jungen Frau stehen, die keinen Ausweis zeigt.
Kontrolleur: Könnte ich bitte Ihren Fahrausweis sehen?!
Frau: Ich nehme Ihre Absicht, meinen Fahrausweis zu sehen, zur Kenntnis.
Kontrolleur: Schwarzfahren kostet Sie 60 Euro, junge Frau!
Frau: Ich nehme das erhöhte Beförderungsentgelt von 60 Euro als Empfehlung eines Mitarbeiters des Öffentlichen Personen Nahverkehrs zur Kenntnis.

(Während dieses Dialogs sparen die beiden übrigens bereits ca. 4 Gramm CO2 ein. Einfach dadurch, dass sie nicht mit dem Auto fahren)

Sag's wie's is'

I know you think you understand what you thought I said but I'm not sure you realize that what you heard is not what I meant.
(Alan Greenspan)

Donnerstag, 17. Dezember 2009

Aufbruchstimmung bei der Brigitte

Die Zeitschrift, die in alten Anti-Diätbüchern* als Abnehm-Meinungsführer auftauchte, hat jetzt einen echten Durchbruch geschafft: Ohne Models soll die Brigitte jetzt erscheinen; Mode, Beauty und Lifestyle wird in Zukunft mit echten Frauen fotografiert.
Die Resonanz ist wohl so riesig, wie verdient. Immerhin war die Idee (genauer: der Mut dazu!) über-über-überfällig.
Ich bin selbst echt gespannt und hoffe von ganzem Herzen, dass sich das durchsetzt. Denn endlich geht es nicht mehr gegen Magermodels sondern (hoffe ich) für die vielfältige Schönheit der Mehrheit der erwachsenen Bevölkerung. Hier ist der Link zur Aktion.

Aber so sehr ich mich freue, einen komischen Beigeschmack hat die Sache. 1978 erschien Fat is a Feminist Issue von Susie Orbach, sicher nicht das erste Buch zum Thema. Trotzdem: Über 30 Jahre hat diese simple Erkenntnis gebraucht, um sich in den Mainstream vorzuarbeiten. 30 Jahre sind eine lange, lange Zeit. 1997/8 dachte ich schon, es wäre so weit, ich glaube Nike warb mit feministisch angehauchten Körperthemen und der Body Shop entwickelte das Anti-Model Ruby im Rahmen seiner Body Image Campaign (im Internet heute kaum auffindbar, nur Spuren). Inzwischen hat die Dove Kampagne viel bewirkt (und was lese ich? Susie Orbach hat sie mitentwickelt). Zumindest hat Dove gezeigt, dass das Thema "Keine Models" mehrheits- und absatzfähig ist. Äh, juchu.
Also, 30 Jahre braucht's von der Kritik zum Mainstream. Ich glaube, das ist der Beigeschmack: die leichte Irritation darüber, dass alle bereit sind, mit dir zu kämpfen, wenn du gerade Erfolg hast.
Non-Models lassen sich verkaufen? Na, dann los!

Aber was soll's, die Türen zum Palast stehen offen. Nix wie rein, die Damen!

*Ich erinnere mich z.B. an "Durch dick und dünn", herausgegeben u.a. von Alice Schwarzer. Natürlich waren es die Feminstinnen, die bereits in den 70ern & 80ern den "Magerwahn" analysierten und als kulturelles Phänomen auswiesen.

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Seele in der Wildnis

Gestern als "mein" Bus über der Potsdamer Platz fuhr: alles hell erleuchtet, moderne Prunkbauten, viel Tamtam, gigantische Werbeflächen und überall Lichter, Lichter, Lichter.
Der Gedanke: Jau, wir haben es geschafft, unsere Außenwelt äußerst glanzvoll herzurichten. Aber ist das nicht nur ein Ausgleich für die Armut und Dunkelheit in unserem Inneren? Da kommen wir nicht so einfach ran, da können wir nicht einfach mal ein paar Lichterketten reinhängen und einen Architekten alles schön machen lassen. Da braucht's mal echte Wärme.
Häh, nur woher nehmen und nicht stehlen?

Sonntag, 13. Dezember 2009

Werbung um 1580

Bis heute arbeitet Werbung erfolgreich mit Angst.
Heute: Die Angst davor, dass das Deo versagt, was soziale Sanktionen nach sich zieht.
Früher: siehe Beispiel.
Aber vorher ein Disclaimer: das Zitat stammt aus der 1927 erschienenen "Kulturgeschichte der Neuzeit" von Egon Friedell und ich zitiere es buchstabengetreu. Aber mir rollen sich bei Worten wie "Rasse" und "verweichlicht" die Zehennägel hoch.

(Im Zitat geht es um die Kolonisierungspraxis der Spanier unter Philipp dem Zweiten)
"Ihr einziges Wirtschaftsprinzip war die primitive Ausplünderung der Eingeborenen. Dieser dienten die brüchtigten ripartimentos, die zwangsweisen Verteilungen wertloser europäischer Importwaren zu Phantasiepreisen. Als diese Einnahmequelle bald versiegte, begannen sie mit der Exploitierung des Landes durch ebenfalls zwangsweise Arbeit. Aber die rote Rasse, durch ein jahrhundertelanges Leben in einer milden Natur und unter einer ebenso milden Regierung verweichlicht, war diesen Anforderungen nicht gewachsen, viele erlagen den Anstrengungen, andere flohen in die Wildnis und der Rest griff zum systematischen Selbstmord. Entweder vernichteten sie sich selbst durch Pflanzengift oder ihre Nachkommenschaft durch Enthaltung vom Geschlechtsverkehr. Nur wenige harrten aus: das waren jene, die von den spanischen Priestern erfahren hatten, dass sie auch im Jenseits Weiße vorfinden würden.

Nahezu genialer Einfall der Priester würde ich mal sagen.
Musstest du bei den ripartimentos eigentlich auch an heutige Praxis von Marken & Luxusmarken denken?
Meine Fresse, es gibt wenig Neues unter der Sonne.

Aber wer war dieser Herr Fridell? Ein Kabarettist mit Doktorwürde, der schließlich die oben genannte Kulturgeschichte schrieb. Spannender Mensch (siehe Wikipedia) und ein spannendes Buch. Ich flitz da gerade durch und kann gar nicht genug davon bekommen - spricht für Fridells Ansicht, dass Geschichtsschreibung durch Anekdoten die interessantere ist. Zusätzlich spannend ist es natürlich dadurch, dass es inzwischen selbst ein geschichtliches Dokument ist, was sich eben durch einige Begriffe (siehe Zitat) und einige Ansichten immer wieder deutlich macht. Und es ist das erste Buch in meinem über 30-jährigen Leben, bei dem ich das Bedürfnis habe, interessante Stellen am Rand zu kennzeichnen. Die oben zitierte gehörte dazu.

Freitag, 11. Dezember 2009

1+ mit Doppelnutzen und integriertem Paradigmenwechsel, der das teilhabende Bienchen bei einem Icon-Award mit einem Hauch von Luxus solidarisch über alle Kanäle spielt, während sich die Belebte Vitalkultur empathisch und auf Augenhöhe für alle, für jeden GO GO GO mit Hansy im Multi Channel meetet, um das Key-Visual mit 360 Grad-Behinderung im Content-Reaktor positiv über alle Kanäle zu korsettieren. Respect.

Es grüßt das Ich,
Das in mir steckt, wenngleich von Arbeit schwer bedeckt,
Es windet sich mit Krampf und Klampfe –
Wohl auf, ihr Freunde: singet, tanzet!


PS: Ich bin Texter von Beruf,
drum fraget bitte nicht – ich muss.


(sent from my not iPhone)

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Im Vorbeilaufen

Was ist eigentlich mit dem Klimagipfel? Welt schon gerettet - oder besser: bewahrt? CO2-neutrales Wachstum schon festgelegt? Emissionshandel schon abgesegnet? Schon betont, dass es 5 vor 12 ist? Schon den Bürger aufgefordert, zu sparen (weil die Industrie es so schnell sicher nicht tut)?
Grrrr, man ist wohl besser beraten, bereits jetzt das Grundstück in Küstennähe zu verkaufen und auf der eigenen Parzelle ein Hurrikan-Bunkerchen anzulegen. Keins von beiden vorhanden? Bei mir auch nicht. Also weitermachen wie bisher, aber bitte im Sparmodus. Grrrrrrrrrrrr!

(So richtig gut will Machtlosigkeit sich einfach nicht anfühlen)

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Gnadenlos arbeiten

Die Meldung steht heute überall, ich zitiere mal von kress.de:
"Heimat-Geschäftsführer und -Kreativchef Jürgen Vossen ist tot. Er starb in der Nacht zum Mittwoch nach kurzer Krankheit. Vossen war seit 2001 geschäftsführender Gesellschafter bei Heimat. Zuvor war er für Jung von Matt/Spree als Creative Director, außerdem bei Kolle Rebbe und Springer & Jacoby tätig. Er war zudem Dozent an der Miami Ad School und saß als Jurymitglied in diversen Kreativwettbewerben."
Link zur ungekürzten Meldung

Nach diversen Anekdoten von Junioren, die ins Koma fallen, Textern, die tot über ihrem Laptop zusammen brechen, Beratern, die nach dem Burnout monatelang nur noch aus dem Fenster schauen, ist damit ja wohl klar: die Werbung ist klein Platz für Sterbliche.

Ausser Folgendes geschieht:
Meetingsituation, nach endlosem Eingangsgelaber über Wetter, Flüge und Promiklatsch wendet man sich langsam dem Nebensächlichen zu: dem Inhalt.

Konzept-Kreativer 1: ... und ein vollkommen neuartiges Community-Konzept: Zielgruppenübergreifend connecten sich Konsumenten und tauschen sich aus. Zuerst angeleitet, später selbstständig werden sie auch in der realen Welt aktiv und sichtbar.

Art-Kreativer 2: Hier sieht man ihre attitude - sie erreichen gemeinsam etwas. Auf diesem Bild wird die Spannweite deutlich: vom 19-jährigen bis zur Quasi-Rentnerin.

Berater: Wofür kämpfen sie?

Stratege: Für Lebensqualität, für einen lifestyle, der in der Gegenwart wurzelt, aber in die Zukunft fortschreibbar ist, für ... (murmelt undeutlich ein paar Fremdworte)

Praktikant (schüchtern): Äh, gibt's das nicht schon?

Stratege (etwas herablassend): Was meinst du?

Praktikant: Na, man nennt es Gewerkschaft und die ...

Allgemeines Erstaunen in der Runde, nach langen Erklärungen, subjektiven Einwendungen und ausufernden Exkursen zu völlig anderen Themen wird beschlossen, das Konzept umzuschreiben und einen Facebook-Eintrag zu empfehlen.
Einige der Beteiligten googeln später heimlich "Gewerkschaft".
Und die Revolution beginnt.

Menschliches, Allzumenschliches

Ja, ich gebe es zu, diesen Post-Titel habe ich nicht erfunden! Dafür habe ich heute etwas gefunden, nämlich das Bild, das hinter diesem Link versteckt ist. Da ich selber ungern irgendwas ohne weitere Infos anklicke: es ist eine Fotografie aus dem Jahre 1925, die 17 glückliche Männer zeigt. Sie sind glücklich, weil sie verkleidet sind ... als imps, Kobolde.
Dachte ich jedenfalls. Als ich das Bild fand, habe ich mich über die Bildunterschrift "IMP Society" gefreut. Genauer: darüber, dass Menschen in jedem Zeitalter Kinder waren und Spaß an Fantasy-Verkleidungen hatten.
Hatten sie sicherlich auch, aber zum Glück habe ich es eben noch einmal nachgeschlagen (in der große Google Enyklopädie). Die IMP Society ist anscheinend eine Ulk-Studentenvereinigung, ähnlich wie z.B. die deutsche Latte. Also nicht ganz so ein naiver Spaß wie ich gedacht hatte.
Aber ist menschlicher Humor nicht was Tolles?

Dienstag, 8. Dezember 2009

Renaissance für die Seele

Am Sonntag im Gespräch mit einem Freund ist es mir wieder passiert: das Wort Seele schlich sich ein (er war's!). Ein schönes Wort, selten benutzt, viel zu selten. Jetzt denke ich seit Tagen über die Seele nach. Was ist damit überhaupt gemeint?
Ich kann dem Teufel meine unsterbliche Seele für zwei Tüten Gummibärchen verkaufen. Aber was genau bekommt der Typ da von mir? Ein religiöses Konstrukt? Meinen Charakter? Meine Moralvorstellungen, die man mir mühse(e)lig eingebäut hat?

Ich hab dann heute - nach zwei Tagen sinnlosem Rumdenken - bei der guten, alten Wikipedia geguckt. Die 30+ Seiten habe ich jetzt aber noch nicht gelesen. Erkennbar war zumindest: anscheinend hatte jede Kultur, Epoche, Zeit und Strömung so ihre Vorstellung von etwas, was man Seele nennen könnte. Der Denker greift sich ans Kinn und murmelt nun etwas von einer anthropologischen Konstante.
Und die Seele freut's.

Immerhin, wenn das so ist, dann ist die Seele ja anscheinend von der Religiosität ablösbar oder sogar besser: von ihr unabhängig. Das wäre schön, denn ich würde für eine Renaissance der Seele plädieren. Auch wenn ich immer noch nicht weiß, was es nun eigentlich ist. Meine - für mich - interessanteste Überlegung war, dass das Medium der Seele wohl die Musik ist. Sie tut ihr gut & entspricht ihr sogar in der Körperlosigkeit. (Aber ob das schon reicht?)

Was mir kulturell zur Seele einfällt:
- die Bilderserie aus der TITANIC "Wie sieht die menschliche Seele aus?" Ich kann mich vage an ein gezeichnetes Gekruschel, einen weiblichen Akt und eine Leberwurst erinnern.
In diesem Heft auf Seite 8.

- die "Gebrauchsanweisung für die Seele" der Katholischen Klinikseelsorge vom Universitätsklinikum Düsseldorf - eine Werbebroschüre, die beim ADC 2008 Bronze gewann.
Sie steht sogar im Netz.

Ich sehe mich schon ein philosophisch angehauchtes Ratgeberbuch auf den Markt werfen. Aber ich muss mich eilen, sonst kommt mir bestimmt so ein englischer Philosoph zuvor!!!


Als ich eben nach einem erhellenden Abschlusszitat zum Thema Seele gesucht hab, fand ich keins. Da fiel mir dieses ein, das ich sogar wirklich passend finde. Es ist von van Gogh und stammt aus einem Brief an seinen Bruder. Für mich drückt es das Gefühl aus, das ich mit Seele verbinde.

„Ich habe eine fürchterliche Sehnsucht nach - nennen wir es ruhig so - Religion. Dann gehe ich hinaus in die Nacht und male die Sterne.”

Schön, oder?

Montag, 7. Dezember 2009

Hört, hört: Volkes Stimme!

Wir erinnern uns: Schweizer Volksabstimmung, Wahlbeteiligung rd. 54 %, Ergebnis: 57,5 % der sich an der Wahl beteiligt Habenden sind gegen ein fünftes Minarett im 7,7 Millionen Einwohner Staat.
Blödes Ergebnis, das viele interessante, äußerst deprimierende Diskussionen auslöste. Über Fremdenhass, Islamangst, Populismus, Demokratie, Dummheit usw.

Aber wenn die Schweizer ernsthaft über den rein stadtkosmetischen Aspekt des Minaretts abstimmen dürfen, dann freue ich mich über weitere Volksabstimmungen gegen Dinge, die Bürger aus irgendwelchen Gründen nerven. Gegen bunte Kleidung, Männer die Michael heißen und dieses blöde Ding namens Internet.

Doch was ist das? Meine Kristallkugel verrät mir überraschend, dass die Menschen in naher Zukunft ungeheuerlich an Intelligenz zulegen und die Volksabstimmungen des nächsten Jahres so aussehen:

Volksabstimung gegen Powerpoint
Wahlbeteiligung rd. 78 %, 89,2 % dagegen

Volksabstimmung gegen verkochten Spinat
Wahlbeteiligung 22 %, 53,8 % dagegen

Volksabstimmung gegen Steuern
Wahlbeteiligung 96 %, 100 % dagegen

Ja Mensch, viel Glück, liebe Schweiz!

Sonntag, 6. Dezember 2009

Ein guter Anfang

Jedes gute Blog beginnt mit einem Adorno-Zitat*. Schlechte Blogs dürfen das aber auch, dementsprechend: Vorhang auf!

"Pantoffel - "Schlappen", slippers - sind darauf berechnet dass man ohne Hilfe der Hand mit den Füßen hineinschlüpft.
Sie sind Denkmale des Hasses gegen das sich Bücken."
Theodor W. Adorno


*Glaubste nicht? Google das!